Die digitale Visitenkarte

Authentizität ist oberstes Gebot

Die Persönlichkeit, Meinungen und Referenzen – all das ist relevant, wenn man sich heutzutage um einen Job bewirbt. Dabei gibt es neben dem traditionellen Vorstellungsgespräch längst andere Möglichkeiten für Arbeitgeber, sich über einen Bewerber zu informieren. Daher ist es wichtig, auch die digitale Persönlichkeit zu pflegen und sich im Internet zu präsentieren. Wie das geht und welche Fehler man vermeiden sollte, hat Kixka Nebraska alias die „Profilagentin“ einer Gruppe von Teilnehmern im Workshop „Selbstinszenierung“ beigebracht. Louisa Martens und Luka Andresen berichten davon, was sie dazugelernt haben.

Es gibt heutzutage eine Fülle von Plattformen, auf denen man sich präsentieren kann. Welche sind davon relevant, um sich eine digitale Persönlichkeit aufzubauen?

Luka: Man kann sich durchaus in vielen verschiedenen Netzwerken einen Account anlegen. Egal ob Facebook, Xing, Instagram oder Twitter. Wichtig ist, dass die Inhalte stimmig sind. Dann kann man die Profile durch Verlinkungen verbinden.

Was sind denn die absoluten „No Go’s“ bei der digitalen Selbstinszenierung?

Luka: Natürlich die Bilder von Freitagnacht. Die sollte man selbst nicht posten und auch aufpassen, dass sie nicht von anderen mit dem eigenen Account in Verbindung gebracht werden.

Louisa: Wir haben den Tipp bekommen, uns regelmäßig zu googlen. Ich war selbst überrascht, welche Inhalte man von mir noch findet. Von Zeit zu Zeit ist es gut die Profile aufzuräumen und alte, irrelevante Posts zu löschen.

Wie entscheidet man welche Inhalte relevant sind?

Louisa: Alles, was authentisch ist und wo du hinter stehst. Das können Bilder und Beiträge sein. Durch Formulierung und Verhalten zeichnet man ein Bild von sich. Hauptsache, die Online-Persönlichkeit entspricht der Offline-Persönlichkeit. Heutzutage lernt man sich häufig zunächst über das Internet kennen. Wenn man dann das erste Mal in der Realität aufeinander trifft kommt es zu Irritationen, wenn die Person ganz anders ist, als sie sich im Internet präsentiert.

Das heißt, man sollte im Internet keine Rolle einnehmen, sondern sich tatsächlich so präsentieren, wie man ist. Um das zu erreichen muss man im Netz viel von sich preisgeben. Seid ihr dazu uneingeschränkt bereit?

Louisa: Ich nutze vor allem Facebook und äußere dort auch meine Meinung. Ich könnte gar nicht bewusst Teile meiner Persönlichkeit verbergen.

Luka: Ich bin nicht ganz so offen. Und ich bin auch der Meinung, dass es nicht notwendig ist, alles zu veröffentlichen, um ein authentisches Bild zu zeichnen. Zumal auf den verschiedenen Plattformen auch unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. Auf Xing sind deine Referenzen entscheidend, während auf Facebook mehr Wert auf das Privatleben gelegt wird.

Welchen Tipp habt ihr heute besonders beherzigt?

Luka: Qualität geht vor Quantität! Man sollte alle Profile im Blick haben und darf nicht den Überblick verlieren.

Louisa: „Dare to be yourself!“ (lächelt)

Autoren

Anna Möller