Französische Fakten

Recherchieren mit Twitter

Bei der Eröffnung von Vision 2017 diskutierten Experten über Faktenchecks und darüber, dass Informationen in Medien immer schneller ausgetauscht werden.

Scherer: „Ich habe teilweise den Eindruck, dass sich die Realität gar nicht so schnell entwickelt, wie die Medien berichten.“ #Vision2017

— Junge Presse e.V. (@jungepresse) 5. Mai 2017

Scherfer: „Die Reaktionszeit hat sich extrem verkürzt. Der Wunsch nach einer pointierten schnellen Einschätzung ist groß.“ #Vision2017

— Junge Presse e.V. (@jungepresse) 5. Mai 2017

Gestern noch darüber diskutiert, heute ist das Faktenkaleidoskop blau-weiß-rot. Ein Tag vor der Wahl in Frankreich sprechen alle über einen Hackerangriff auf den Präsidentschaftskandidaten Macron. Es geht um 9 Gigabyte Dokumente und Mails. Laut Medienberichten zum Teil gefälscht. Doch erstmal wird bloß spekuliert. Was ist Fakt? Macron darf sich 24 Stunden vor der Wahl nicht mehr äußern, so steht es im Wahlgesetz. Unter dem Hashtag #MacronLeaks debattieren Twitter-User darüber, wer die Daten verbreitet hat: Bereits eine Stunde nach der Veröffentlichung der #Macronleaks meldete sich Wikileaks zu Wort:

We have not yet discovered fakes in #MacronLeaks & we are very skeptical that the Macron campaign is faster than us https://t.co/jX7GPTW9uC

— WikiLeaks (@wikileaks) 5. Mai 2017

Andreas Petzold, Herausgeber vom stern, hingegen konfrontiert mit harten Anschuldigungen:

Woher will @wikileaks das wissen? Machen sich zum Handlanger des demokratiefeindlichen Nationalismus pic.twitter.com/zRSiPShGQN

— Andreas Petzold (@andreaspetzold) 6. Mai 2017

Die Süddeutsche nimmt nach einem Faktencheck Informationen auf ihrer Website wieder zurück: Unter dem Artikel „Macron ist nach Hacker-Angriff zum Schweigen verdammt“ steht jetzt: „Anmerkung der Süddeutsche-Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die Enthüllungsplattform Wikileaks habe die Daten zuerst veröffentlicht. Dies ist – nach derzeitigem Kenntnisstand – falsch. Wir haben die Informationen zum Publikationsort des Leaks aktualisiert.“

Referent

Hannes Leitlein (30) ist Redakteur bei ZEIT Christ & Welt, lebt in Berlin-Schöneberg und twittert seit 2008.

Autoren

Von unseren Teilnehmenden Nils Lahnert, Lea Diehl, Jan Skrynecki und Simon Wörz.