Mobile Reporting II

Wie eine Teilnehmerin überzeugt wurde

10 Uhr morgens in der 19. Etage des Axel Springer Hochhauses. Beste Aussicht und ein nicht ganz so klarer Himmel. Super Drehbedingungen. Doch statt mit einer Spiegelreflex soll ich heute mit einem iPhone drehen. Ernsthaft? Das soll funktionieren und am Ende auch noch gut aussehen?! Ich war mehr als skeptisch, doch Kim Lenar, die Referentin, hatte mich schnell mitgerissen und überzeugt. Ihre Beispiele waren unschlagbar und nach einem aufschlussreichen Theorieteil ging es in die Vollen.

Thema „Hochhauslauf im Empire Statebuilding. Denkt euch eine Story aus, verteilt die Aufgaben und legt los.“ So in etwa die Anweisung. Also iPhone geschnappt, Stativ und Mikro dazu und die 60 Minuten Zeit so gut wie möglich nutzen. Wer macht was? Wie wollen wir anfangen und was wollen wir sagen? Wo drehen wir? Welche Schnittbilder brauchen wir? Fragen über Fragen und dann ging es auch schon los. „Mist das Licht passt hier nicht. Die Scheibe da spiegelt zu doll. Ach komm, wir machen das jetzt einfach.“ Also Augen zu und durch. „Die Szene machen wir noch mal.“ So in etwa ging es heute jedem Team. Es ist dann doch etwas anderes, ob ich eine große Kamera in der Hand habe oder dieses kleine Telefon. Aber das Smartphone kann etwas. Die Bildqualität war überraschend gut und ich hätte nicht gedacht, dass ich so klare Bilder und auch richtig guten Ton ohne Tonangel und Co. bekommen kann. Es ist definitiv schwieriger, alles über den Bildschirm zu steuern. Und die Person vor der Kamera muss sich ständig orientieren, denn sie wird ja nicht von einer großen Linse gefilmt. Doch was am Ende rauskam, war ziemlich gut und hat uns die Tücken, was man tun und lieber lassen sollte, gezeigt. Denn es sieht doch einfacher aus, als es tatsächlich ist. Auch wenn das iPhone keine Spiegelreflex ist Fazit: Egal ob iPhone oder Profikamera, die Schritte sind immer die gleichen. Also ran an die Technik und ausprobieren.

Referent

Kim Lenar ist freie TV- und Online-Produzentin und Medientrainerin. Bevor Sie sich selbstständig gemacht hat, hat sie unter anderem bei BILD, BILD.de und RTL gearbeitet. Ihr Volontariat absolvierte sie bei der "Hamburger Morgenpost".

Autoren

Julia Heinrich